Rückblick
zur Veranstaltung „ Schutzschild hochfahren: Cyberangriffe erkennen und wirksam abwehren“ am 23.09.2026
An diesem Abend waren wir zu Gast bei der Riedel Communication GmbH in Wuppertal. Die Mischung aus alarmierenden Zahlen, ein kurzer Blick ins Darknet, Live-Hacking und handfesten Schutzstrategien sorgte für jede Menge Gesprächsstoff.
Schon die Einführung durch Thomas Lämmer-Gamp, Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH sorgte für überraschte Gesichter im Publikum. Die aktuelle Lage im Mittelstand ist brisant: Viele wissen vielleicht schon, dass sich 90 % aller Cyberangriffe gegen KMU richten. Was viele aber nicht wissen, ist, dass die Tendenz klar zeigt, dass neben den n organisierten Hackergruppen immer häufiger oder ausländische Nachrichtendienste im Hintergrund dieser Angriffe stehen. Angriffe gegen KMU sind keineswegs nur gegen die größeren Unternehmen gerichtet. Sie treffen Unternehmen aller Größenordnungen. Auch die ganz Kleinen, wie das Beispiel eines Blumenhändlers aus dem Bergischen zeigte.
Ein echter Augenöffner für alle Anwesenden. Und das war erst der Anfang.
Denn im Hauptteil des Abends übernahm Timo Imbrogno von Riedel Networks GmbH & Co. KG das Wort und präsentierte physische Hacking-Tools, die harmloser nicht wirken könnten. Hinter niedlichen Namen wie Bash Bunny, Rubber Ducky oder Flipper Zero verbergen sich keine Spielzeuge, sondern hochgefährliche Werkzeuge für den Datendiebstahl. Ob präparierte USB-Sticks oder scheinbar normale Ladekabel – ausgestattet mit Mini-Chips, Mikroprozessoren und versteckten Antennen werden sie zum „Wolf im Schafspelz“. Mit diesen Tools lassen sich mit wenig Aufwand sehr schnell IT-Systeme kompromittieren und E-Mails oder Daten exfiltrieren. Der Aufwand für den Angreifer ist dabei sehr gering: Er muss z.B. nur unbeaufsichtigt in einem Büro oder in einem Behandlungszimmer beim Arzt sein. Wenn dann die Ports der im Raum befindlichen Computer nicht geschützt sind, dann reicht ein simples Einstecken der Tools und in Sekunden ist das Unternehmen gehackt. Die Lehre daraus ist: Lassen Sie Sie niemals betriebsfremde Personen allein und blocken Sie alle Computer- und Netzwerkzugänge für alle nicht autorisierten Anwendungen. Das Erschreckende: Diese „Gadgets“ können völlig legal auf bekannten Online-Plattformen für wenig Geld erworben werden.
Xian Chan und Nurettin Ergün von Riedel Networks GmbH & Co. KG haben in einer Live-Demonstration Schritt für Schritt gezeigt, wie ein solcher Angriff in der Praxis abläuft – im wahrsten Sinne des Wortes Wissen zum Anfassen. Passend dazu erhielten die Teilnehmer direkt Tipps für Schutzmaßnahmen, um sich im Unternehmensalltag effektiv gegen solche Angriffe zu wappnen.
Zum Abschluss durfte der Bezug zum Trendthema Künstliche Intelligenz nicht fehlen. Ein Pflichtthema, wenn man bedenkt, dass mittlerweile gut 56 Prozent aller Cyberangriffe durch KI unterstützt werden. Das Fazit der Expertenrunde war eindeutig: KI fungiert in der IT-Sicherheit als zweischneidiges Schwert. Sie ist heute ein unerlässliches Werkzeug zur Erkennung von Gefahren, liefert den Angreifern jedoch gleichzeitig immer smartere Methoden, um Sicherheitsbarrieren zu durchbrechen.
Der intensive Input wirkte nach: Bei Kaltgetränken und Snacks im Loungebereich wurde noch bis spät in den Abend hinein diskutiert, genetzwerkt und die gewonnenen Eindrücke ausgetauscht.








